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from Lydia Magazine, 4/97 Von Altarmädchen zur Sängering & Politikerin Über
viele Brücken mußt du gehen von Janna Graber und Nicole Falmbigl “Es tut mir
sehr leid, Liebes, aber wir glauben nicht, daß du zur Nonne bestimmt warst.”
Mit diesen Worten wurden Barbara Pipers Hoffnungen
zerschmettert. Die längste Zeit
ihres Lebens war sie auf der Suche nach Gott gewesen, um seine Anerkennung zu
gewinnen. Doch stattdessen verspürte
sie nur Leere und Ruhelosigkeit. Schließlich,
in einem verzweifelten Versuch Gott zu belieben und Glückseligkeit zu finden,
beschloß sie, Nonne zu werden. Aber sogar dies schien nicht die
richtige Antwort zu sein. Barbara
Piper wurde in einer kleinen Stadt in Bayern namens Pfaffenhofen geboren.
Während ihr Vater, ein regionaler Politiker, nicht viel mit der Kirche
anzufangen wußte, war Barbaras Mutter hingegen eine ergebene Katholikin.
Zusammen besuchten sie und Barbara dreimal täglich die Kirche.
“Ich weiß nicht genau, warum wir zur Kirche gingen – vielleicht aus
Tradition, oder weil wir uns dadurch besser fühlten”, sagt Barbara.
Obwohl ihre Gründe nicht eindeutig waren, machte es ihr Spaß, über
Gott zu lernen, und sie entwickelte einen starken, kindlichen Glauben. “Ich
dachte, daß alles, was Gott von mir wollte, war, daß ich gute Taten vollbringe”,
berichtet Barbara. Daher brachte
sie sich sogar als kleines Mädchen an ihre eigenen Grenzen, um ihm zu belieben.
Sie wurde das erste Altarmädchen ihre Pfarrei, und mit acht Jahren war
sie dort bekannt für ihre guten Taten. “Ich
glaubte, daß ich eine relativ hohe Chance hätte, Gottes Anerkennung zu
erlangen und in den Himmel zu kommen, wenn ich die Sakramente und die 10 Gebote
einhielt.” Im
Alter von 10 Jahren verbrachte Barbara ihre ganze Freizeit damit, anderen zu
helfen, wie etwa für Kranken einzukaufen, Pensionisten zu besuchen, oder für
andere zu putzen. Sogar als
Teenager ging sie noch immer regelmäßig zur Messe, obwohl ihre Freunde längst
interessanteren Aktivitäten nachgingen. Aber
wie angestrengt Barbara auch versuchte, Gott zu gefallen, er schien noch immer
so weit weg. “Ich war nie persönlich
mit Gott”, sagt Barbara, “weil ich nicht wußte, wie. Ich betete nur, wenn etwas Schlimmes passiert war, und dann
schob ich entweder die Schuld auf ihn oder bettelte um Hilfe.
Gott schien wie eine lange Liste mit verbotenen und erlaubten Dingen.”
Weiterhin
besessen, anderen zu helfen, studierte sie an der Akademie für Sozialpädagogik.
Obwohl sie weiterhin zu Kirche ging, war Gott noch immer außer
Reichweite. “Ich hatte keinen blassen Schimmer, daß er sich um mich
persönlich sorgte. Ich dachte, es
ging darum, daß ich meine Pflichten an die Mitmenschen erfülle.”
Zu diesem Zeitpunkt entschied sich Barbara dazu, Nonne zu werden.
Sie suchte das strengste Kloster auf, und war geschockt, als sie nicht
aufgenommen wurde. “Sie sagten, meine
ausgeflippte Frohnatur paßte nicht ganz ins Kloster”, erzählt Barbara.
Barbara
suchte weiterhin nach Wegen, um diese tiefe Leere, die selbst die Kirche nicht füllen
konnte, loszuwerden. Vielleicht
werde ich glücklich, wenn ich erfolgreich bin, dachte sie.
Weil sie gerne sang, machte sie bei einer Rockgruppe namens “Face”
mit. Die Band war in ihrer Gegend
recht bekannt und eröffnete Konzerte für die Scorpions.
Trotz des gutes Rufes, den sie sich dadurch erarbeitete, fühlte sie sich
noch immer hohl. Nach zwei Jahren
des Singens, erkannte sie, daß auch dies nicht die Antwort war.
“Wenn man Gott nicht persönlich kennt, sucht und sucht man überall
vergeblich nach dem Sinn.” Danach
wandte Barbara sich total zur jener Karriere, durch die ihr Vater versucht hatte,
seinen Selbstwert zu finden – die Politik.
“Ich
bin eine leidenschaftliche Person”, erklärt Barbara, “und meine Suche nach
Erfüllung war sehr extrem. In jede
mögliche Richtung forschte ich nach innerem Frieden.” Während dieser Zeit machte Barbaras Leben eine wichtige
Umkehr. “Ich
saß im Bus am Nachhauseweg und traf eine andere Studentin meines Alters.
Wir begannen, uns zu unterhalten, und sie lud mich zu einer christlichen
Teestube ein.” In der Annahme, daß
sie sowieso mehr über die Bibel wußte als diese “Christen”, beschloß sie
hinzugehen, obwohl sie nicht genau wußte, was sie dort erwarten würde. “Ich
glaubte, ich würde dort seltsame Leute treffen”, sagt Barbara, “und dachte
sogar, daß sie womöglich eine Sekte wären.”
Doch sie war überrascht, intelligente, sich um sie kümmernde Menschen
zu finden, die denselben Gott aus der Bibel liebten, den sie selbst zeitlang
gesucht hatte. Schließlich wurde
sie zu einem Bibelkreis eingeladen, der ihr Leben verändern würde.
“Als
ich den Bibelkreis besuchte, wußte ich sofort, daß diese Leute die Antwort auf
meine lange, verzweifelte Suche hatten”, erinnert sich Barbara.
“Die ganze Zeit war ich zur Kirche gegangen, doch dies war das erste
Mal, daß ich die Bibel für mich selbst las.”
Sie
fand heraus, daß sie zeitlang nur die Häfte von allem gehört hatte.
“Ich wußte, daß Gott mich liebte, und daß ich ein Sünder war, und
daß mich meine Sünde von Gott trennte. Doch
niemand hatte mir jemals gesagt, daß ich mein Heil nicht erarbeiten konnte,
sondern daß es ausschließlich durch Christus, Gottes Sohn kam.”
Jeden
Abend verschlang sie Kapitel über Kapitel in der Bibel mit Freunden von der
Teestube oder alleine. “Als ich
las, was Jesus zu den Pharisäern im Matthäus Evangelium 15, 8 sagte, war es
als ob er zu mir sprach!” Im Vers
steht: “ ‘Dieses Volk da ehrt mich nur mit Worten,’ sagt Gott, ‘aber mit
dem Herzen ist es weit weg von mir.’ ” “Dieser Vers faßte mein ganzes Leben zusammen.
Ich hatte
versucht, einem Gott zu gefallen, den ich nicht einmal kannte.” “Mein
Leben war eine einzige Vorstellung meiner guten Taten, um Gott zu beeindrucken”,
sagt Barbara. Als sie folgende
Stelle im Brief an die Epheser 2, 8-9 fand, leuchtete ihr das Evangelium
sonnenklar ein: “Es ist tatsächlich reine Gnade, daß ihr gerettet seid.
Ihr selbst könnt nichts dazu tun, als im Vertrauen anzunehmen, was Gott
euch schenkt. Ihr habt es nicht durch irgendein Tun verdient; denn Gott
will nicht, daß sich jemand vor ihm auf seine eigenen Leistungen berufen kann.”
Endlich verstand Barbara, daß sie selbst nie genug gute Taten tun könnte,
um Gottes Anerkennung zu erlangen. “Meine Freunde erklärten mir, daß Gott seinen Sohn, Jesus, zur Erde gesandt hatte, um einen Weg der Erlösung von der Sünde zu ermöglichen. Als Jesus starb, nahm er meine Stelle ein, da er durch seinen Tod für alle Sünden der Welt bezahlte (1 Petrus 3,18). Im Johannes Evangelium 14, 6 sagt Jesus: ‘Ich bin der Weg, der zur Wahrheit und zum Leben führt. Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht.’ Errettung durch Christus ist ein Geschenk, kein Lohn für meine Werke, doch mußte ich dies erst für mich selbst anerkennen”, berichtet Barbara. Barbara
polterte ein großer Stein vom Herzen, als es ihr wie Schuppen von den Augen
fiel. “Ich bat Jesus in mein
Leben, um Vergebung meiner Sünden und darum, daß er Herr und Retter über mein
Leben werde”, erinnert sich Barbara (Johannes
3,16). “Ich verspürte einen nie
gekannten inneren Frieden, der mich nicht mehr verlassen hat.”
Seit
ihrer Bekehrung fühlte Barbara Gottes Anwesenheit, die die Leere in ihrem Leben
endlich füllte. Kurz danach traf
sie einen wundervollen Christen in ihrer neuen Kirche namens Greg Piper.
Das Paar heiratete sechs Monate später und beschloß, ein christliches
College und Seminar in den USA zu besuchen.
Die Freude, die sie durch ihren lebendigen Glauben erlebten, wollten sie
unbedingt mit anderen teilen. Jetzt,
da sie mit ihrer Ausbildung fertig sind, verfolgen sie ihren Dienst an
internationalen Studenten in Denver, Colorado (USA) sehr gewissenhaft.
“Es macht uns Riesenspaß, diesen jungen Menschen aus Asien, Afrika und
Europa zu helfen, mehr über unseren Herrn zu erfahren.
Viele
von ihnen hören zum ersten Mal von Jesus Christus.” Nächstes Jahr hoffen die Pipers, zurück nach Deutschland zu
gehen, um ein Studienzentrum für “Suchende” zu errichten. Von
dort aus wollen sie einen internationalen, evangelistischen Reisedienst starten.
“Mein
Leben hatte seltsame Wendungen”, lacht Barbara, “vom Altarmädchen über die
Sängerin zur Politikerin und nun zur Missionarin.” Obwohl Barbara noch immer dieselbe energische Person ist, hat
ihr Leben jetzt den wahren Sinn durch eine persönliche Freundschaft mit Jesus
Christus. “Es ist unglaublich,
wie Gott werkt. Er hatte zeitlang
einen Plan für mein Leben gehabt.” |